02. Juli – Nicht Lappo, sondern Hummelholmen


Da wir festgestellt haben, dass unsere ursprüngliche Kalkulation ohne ausschweifenden Lebenswandel, um ca. ein Drittel überschritten wird, haben wir den Reiz des Ankerns entdeckt. Mittlerweile nutzen wir Häfen eigentlich nur dazu die Webseite zu pflegen, Wasser aufzutanken, Einzukaufen und uns mit Süßwasser zu reinigen.

Natürlich gehen einem auf die Art und Weise bestimmt der eine oder andere kulturelle Höhepunkt verloren. Auf der anderen Seite: Gibt es etwas Schöneres als in so einer Umgebung mit der Natur und sich allein zu sein?


OK, ich wüsste da noch die eine oder andere Sache. Aber die gibt es auch nicht in diesen Häfen ;o)

Außerdem, was heißt hier auch Hafen. Ich glaube ich muss Euch mal über die zivilisatorischen Größenverhältnisse aufklären.


Aland ist eine autonome, demilitarisierte und mehrsprachige Region in Finnland. Diese umfasst mehr als 6.500 Inseln und Schären von denen 6.400 größer als 3.000 qm sind. Die Hauptinsel bedeckt ungefähr 70 % der Gesamtfläche. Hier wohnen 90 % der Bevölkerung.

26.000 Einwohner leben zur Zeit auf nur 65 Inseln. Davon leben ungefähr 11.000 in der einzigen Stadt Mariehamn.


Ihr könnt Euch also vorstellen, dass die "Häfen" eher Anleger oder Stege sind und da wir für gute 4 Tage bei normalem Wasserverbrauch autonom sein können, schauen wir uns die 6.500 Inseln etwas genauer an.

Und da ist uns schon etwas aufgefallen. Die Steine sind runder und während die Schären zwischen Hankö und Helsinki eher schroffen Steinen mit Nadelwald glichen, ist hier eher die Mischbewaldung vorherrschend. Deswegen hören sich die Schären auch anders an. Die Vogelwelt ist vielfältiger und es zwitschert und trillert entsprechend, während man zwischen den Steinen durchsegelt.

Woran wir ständig denken müssen, ist die Bezeichnung der Estinnen für die Finninnen.

In Keysarhamnen habe ich mich länger mit einem sehr netten finnischen Ehepaar unterhalten. Im Verlaufe der Unterhaltung erzählte mir die Dame, wie die Finninnen aufgrund ihrer Vorliebe für Trainings- und Hausanzüge im Alltagsleben von den sehr modebewussten Estinnen genannt werden.

Unser beider Englisch war leider zu begrenzt, als dass ich die genaue Übersetzung hinbekomme. Es hat auf jeden Fall mit dem Geräusch zu tun, den diese Feuchtglanz-Trainingsanzüge erzeugen.

Wir nennen seit dem die Damen in den Trainingsanzügen aus Finnland "Ballonseidenmädels" oder "Raschelmädels".

Wenn man die von Kindern reichlich gefüllten finnischen Boote in den Häfen sieht, kann man zu dem Schluss kommen, dass so eine unkomplizierte Bekleidung dem demografischen Faktor positiv beeinflusst. Wenn man hingegen in Deutschland in den Hafen kommt, hat man den Eindruck, dass der gewöhnliche Deutsche schon frühverrentet geboren wird.

Nun haben in Deutschland in den Häfen, viele ältere Leute diese praktischen Trainingsanzüge an... Da denke ich allerdings, dass die schnell ablegbare Bekleidung dazu dient, schneller dem Tagesgeschäft folgen zu können...